Kopi Luwak Kaffee, salopp auch „Katzenkaffee“ genannt, ist die Bezeichnung für eine Kaffeerarität aus Indonesien. Ausschließlich jene Kaffeebohnen der Sorte Arabica, die von der heimischen Schleichkatzenart, dem Fleckenmusang, gefressen und wieder ausgeschieden werden, werden als „Kopi Luwak“ bezeichnet. „Kopi“ nämlich ist die indonesische Bezeichnung für „Kaffee“ und „Musang Luwak“ bezeichnet die an der Entstehung dieser sorteinreinen Kaffeespezialität beteiligten Fleckenmusang.
Die nachtaktive Schleichkatze ernährt sich vor allem von Früchten und eben auch Kaffeekirschen, von denen sie allerdings nur das Fruchtfleisch verdauern können. Die Bohnen selbst werden wieder ausgeschieden. Die Exkremente werden von einheimischen Kaffeebauern eingesammelt, gewaschen und mild geröstet. Die Nachweisbarkeit der Besonderheit des Spezialitätenkaffees wurde durch einen kanadischen Lebensmittelchemiker erbracht, der feststellte, dass die Bohnen im Darm der Schleichkatze eine Nassfermentation durch bestimmte Verdauungsenzyme durchlaufen, die die Geschmackseigenschaften des Arabica ändert. Ein erdiges, dunkles, nahezu schokoladiges Aroma entsteht und lässt den Kopi Luwak so zu einem gefragten Spezialitätenkaffee werden.
Echter Kopi Luwak ist eine Kaffeerarität, die auch in Indonesien nur selten zu bekommen ist. In letzter Zeit ist der Spezialitätenkaffee deshalb leider in Verruf gekommen: Gemästete Katzen & Schweine machen Schlagzeilen. Der hohe Preis des „Palmkatzen-Kaffees“– ein Kilo Kaffeebohnen sortenrein kostet immerhin bis zu 1.000 Euro! – verleitete Einheimische dazu, die für die Kaffeproduktion benötigten Schleichkatzen einzufangen und unverhältnismäßig mit Kaffeekirschen zu mästen. Auch Schweine wurden solcherart für die Kaffeeherstellung missbraucht. Nach kurzer Zeit verenden solcherart gemästete Katzen & Schweine an Mangelernährung. Zum anderen ist der Kopi Luwak in Verruf gekommen, da immer häufiger Billigangebote auf den Markt drängen, die alles andere als sortenrein sind: 60 – 70% davon sind völlig normaler Kaffee. Wer auch beim Kaffeetrinken an den Tierschutz und allgemein die Nachhaltigkeit denkt, sollte nur die originale Kaffeerarität – auf Nachweisbarkeit achten! – genießen, auch, wenn diese etwas hochpreisiger ist.